Die Batik-Technik ist schon seit Jahrtausenden bekannt und hat im Laufe der Zeit viele Formen angenommen. Jetzt erlebt Batik ein Revival. In diesem Artikel erfährst du, woher das traditionelle Handwerk stammt, wie es ursprünglich ausgeführt wurde und welche Varianten es heute gibt. Außerdem bekommst du alles an die Hand, was du für dein eigenes Batik-Projekt brauchst: Neben dem Wissen um geeignete Stoffe, Farben und Muster, gehören dazu eine Schritt-für-Schritt Anleitung mit zusätzlicher Checkliste, um ein Kleidungsstück zu färben.

Batik: das traditionelle Handwerk aus Indonesien

Batik stammt vermutlich aus Indonesien, genauer gesagt von der indonesischen Insel Java. Aber auch in anderen asiatischen Ländern wie Sri Lanka, Malaysia, China oder Japan sind ähnliche Techniken schon lange bekannt. Außerhalb Asiens erfuhr man von Batik erst im 17. Jahrhundert als die Niederlande Indonesien kolonialisierten und die East India Company gebatikte Stoffe in den Westen transportierte. Von den Niederlanden aus verbreitete sich die Technik dann nach Deutschland, Frankreich und Polen.

Wie funktioniert Batik?

Ursprünglich trugen die Frauen Indonesiens mithilfe von angespitzten Bambusstäben Wachs auf einen Stoff auf, den die Männer anschließend färbten. Das Wachs verhinderte, dass das Farbbad an diesen Stellen in den Stoff eindrang, sodass dort die ursprüngliche Farbe des Textils erkennbar blieb. Der Bienenwachs wurde manchmal auch mit Harzen vermischt und man band Eukalyptus oder Tierfett in den Prozess ein. Dann nahm der darunterliegende Stoff einen Teil der Farbe auf und glänzte. Mit der Zeit ersetzte das „Tjanting“, ein metallenes Werkzeug, mit dem das Wachs erhitzt und dann auf den Stoff aufgetragen wird, die Bambusstäbe. Dieses ist bis heute in Verwendung. Neben dem Tjanting gibt es weitere Hilfsmittel wie etwa Stempelkissen.

Tie-Dye: Moderne Batik-Techniken mit wenig Aufwand

Die traditionelle Technik mit Wachs erfordert viel Zeit, Geduld und ein ruhiges Händchen. Wenn du es dir leichter machen willst, greifst du vielleicht lieber zur Variante des Tie-Dye. Hier gibt es mehrere Methoden:
Abbinden: Bei dieser Technik rollst du deinen Stoff und bindest ihn mit Schnur ab. Dort, wo sich die Schnur befindet, kann die Farbe nicht in den Stoff eindringen. Hier ersetzt die Schnur also das Wachs.
Falten und Abklemmen: Bei dieser Technik faltest du deinen Stoff und klemmst ihn dann ab, damit er nicht verrutscht. Dafür kannst du beispielsweise Wäscheklammern verwenden.
Knoten: Bei dieser Methode verknotest du den Stoff selbst, ohne weitere Hilfsmittel zu verwenden.
Kombination verschiedener Methoden: Du musst dich nicht auf eine Technik festlegen. Genauso gut kannst du verschiedene Methoden kombinieren und sie entweder zeitgleich oder in mehreren Schritten nacheinander anwenden.

Do It Yourself: Alles, was du für dein eigenes Batik-Projekt wissen musst

Mit Batik kannst du ein individuelles Kleidungsstück, Dekorationen oder Kunstwerke schaffen. Dazu brauchst du nicht viel außer einer Idee, einem geeigneten Stoff und der richtigen Farbe. Worauf du bei der Auswahl dieser Hilfsmittel achten musst, erfährst du in den folgenden Abschnitten.

Ideenvorschläge für dein Batik-Projekt

In Indonesien verwendeten die Menschen Batik traditionell nur, um Kleidung wie Sarongs zu färben. Auch heute ist gebatikter Stoff noch die Grundlage für viele Textilien. Neben den Sarongs werden beispielsweise Halstücher, Pareos oder Kleider daraus hergestellt. In Indonesien gilt ein gebatiktes Kleidungsstück sogar als bürotauglich und ist für festliche Anlässe angemessen. Hierzulande reicht die Akzeptanz für Batik vielleicht nicht ganz so weit, auch wenn die Technik 2020 wieder im Trend liegt. Trotzdem gibt es viele Möglichkeiten, sich kreativ auszutoben. Jeder denkt vermutlich zuerst an T-Shirts, aber auch Blusen, Röcke und Kleider bieten viel Raum für Muster. Wenn dir ein Kleidungsstück nicht genug ist, kannst du sogar ein komplettes Strandoutfit vom Bikini über einen Pareo bis hin zur Tragetasche mit Batik gestalten. Auch zuhause lässt sich viel mit der Technik anfangen: Tischläufer im Esszimmer, Kissenbezüge fürs Sofa oder Vorhänge fürs Fenster sind eine Option. Und wie wäre es etwa damit einen Übertopf für deine Blumen zu färben, einen Umschlag für dein Lieblingsbuch zu gestalten, wenn es mal mit auf Reisen soll, oder ein Nähetui zu verschönern, um all deine Utensilien stilecht aufzubewahren? Eines ist sicher: Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Lass Dich doch von unseren Batikmustern auf unseren Sarongs inspirieren. Schau dir die sonnenfarbenen Muster unserer Sarongs an

Der richtige Stoff zum Batiken

Wenn du eine Idee für deine Batik gefunden hast, geht es an die Auswahl des Stoffs. Besonders gut geeignet sind hier Baumwolle, Leinen, Seide, Hanfgewebe oder Wolle. Bei diesen handelt es sich um Naturstoffe. Du kannst auch Stoffe verwenden, die einen Anteil synthetischer Fasern haben wie etwa Viskose. Allerdings solltest du darauf achten, dass dieser nicht mehr als die Hälfte ausmacht. Das liegt daran, dass synthetische Stoffe Farbe schwerer aufnehmen als natürliche. Die Färbung wäre hier nicht so stark wie bei natürlichen Stoffen. Verwendest du komplett synthetische Stoffe wie Polyester, wird die Farbe gar nicht aufgenommen.
Wichtig ist außerdem, dass du einen Stoff in der richtigen Grundfarbe wählst. Gefärbt werden kann nur von einer hellen zu einer dunklen Farbe. Du kannst also keinen dunklen Stoff mit Batik aufhellen. Die Ausgangsfarbe des Stoffs entscheidet darüber wie die Färbung später zur Geltung kommt. Bei einem weißen Stoff leuchtet die Farbe am meisten. Ein Stoff mit einer natürlichen Färbung führt zu gedeckten Farben und Mischtönen. Wenn du einen schon gefärbten Stoff noch einmal färbst, kannst du die Farbe auffrischen und strahlender erscheinen lassen. Weitere Tipps dazu, wie du eine leuchtende Farbe erreichst, findest du weiter unten in unserer Anleitung.

Welche Farben eignen sich für die Batik?

Nachdem du deinen Stoff ausgewählt hast, brauchst du noch die richtige Farbe. Hierfür kannst du spezielle Batikfarben kaufen, aber auch normale Textilfarbe verwenden. Wenn du umweltbewusst bist und auf chemische Farbe verzichten möchtest, kannst du außerdem auch mit Mitteln aus der Natur färben. Hierfür stellst du dein Farbbad aus sogenannten „Färberpflanzen“ her. Hier ist Auswahl der Farben des Regenbogens und der Färberpflanzen, die du für sie verwenden kannst:
  • Rot: Mohn, Rote Bete, rote Zwiebelschalen
  • Orange: Safran, Johanniskraut
  • Gelb: Kurkuma, Berberitze, Rhabarber
  • Grün: Mistel, Brombeerblätter, Birkenblätter
  • Blau: Indigo, Färber-Waid
  • Violett: Brombeerfrüchte, Blauholz
Wenn du mit natürlichen Mitteln färben möchtest, hängt dein Ergebnis von mehreren Faktoren ab. Beispielsweise funktioniert nicht jede Färberpflanze gleich gut mit jedem Stoff. Mit Frauenmantel etwa kannst du Wolle gelb färben, Baumwolle hingegen erscheint gelbgrün. Außerdem musst du die Materialien unterschiedlich verwenden. Während einige direkt ins Wasser gegeben werden können, müssen andere Zutaten gekocht werden, um ein Farbbad zu ergeben. Der Einfachheit halber konzentrieren wir uns in unserer folgenden Anleitung deshalb auf die schon fertige Textilfarbe.

Welche Muster kannst du mit Batik schaffen werden und wie geht das?

Jetzt, wo du auch die Farbe ausgewählt hast, solltest du dir überlegen, welches Muster du gern hättest. Auch mit der einfacheren Binde- und Schnurbatik statt der aufwendigen traditionellen indonesischen Methode lassen sich verschiedene zaubern. Mögliche Muster sind etwa Streifen, Kreise, Punkte, komplett zufällige oder gegenständliche Muster. Für jedes dieser Muster haben wir eine kurze Anleitung für dich:

Streifen

Um Streifen zu erzeugen, musst du deinen Stoff nur zusammenwickeln und dann dort abbinden, wo später die Streifen sein sollen. Dabei kannst du den Stoff so oft zusammenbinden, wie du möchtest. Benutzt du dickeres Garn oder wickelst dünnes Garn mehrfach um den Stoff, werden die Streifen breiter. Die Streifen verlaufen in der Längsrichtung, wenn du den Stoff von oben nach unten zusammenrollst. Möchtest du sie lieber quer verlaufen lassen, wickelst du den Stoff von einer Seite zur anderen ein.

Kreise

Wenn du einen Kreis erzeugen möchtest, musst du dir zuerst einen Mittelpunkt suchen. Diesen ziehst du nach oben und bindest den Stoff dann ab. Wie schon bei den Streifen entsteht die helle Fläche dort, wo sich die Schnur befindet. Je weiter du den Stoff nach oben ziehst, desto größer wird der Kreis also. Auch hier kannst du den Stoff mehrmals abbinden, um mehrere Kreise zu erhalten, oder eine breitere Fläche abbinden.

Punkte

Punkte können nicht durch Abbinden erreicht werden. Stattdessen musst du hier die Abklemmtechnik verwenden. An der Stelle, an der du deinen Punkt gern hättest, klemmst du dafür einfach eine Wäscheklammer in den Stoff.

Zufällige Muster

Für zufällige Muster kannst du die oben erwähnte Knotentechnik verwenden. Falls du doch lieber die Abbindetechnik anwenden möchtest, kannst du den Stoff auch zusammenknüllen und dann mit einer Schnur abbinden, bevor du ihn ins Farbbad gibst.

Gegenständliche Muster

Kompliziertere Muster kannst du erreichen, indem du Gegenstände zur Hilfe nimmst: Wickelst du etwa einen Kronkorken in den Stoff und bindest ihn ab, entsteht eine Blume. Faltest du deinen Stoff wie eine Ziehharmonika und wickelst einen Holzblock oder Ähnliches hinein, erhältst du Quadrate. Je nachdem, wie groß der Block ist, umso größer oder kleiner sind auch die entstehenden Quadrate. Natürlich kannst du auch mit anderen Gegenständen experimentieren. Beispielsweise könntest du Knöpfe, Blätter oder Steine einwickeln und abbinden. Durch ihre verschiedenen Formen und Größen kannst du die Muster nach Belieben variieren.

Batik-Checkliste: Das brauchst du, um ein Kleidungsstück zu färben!

Jetzt weißt du nicht nur, welche Stoffe und Farben für das Batiken geeignet sind, sondern kannst auch spannende Muster erzeugen. Damit wird es Zeit, dich an dein erstes eigenes Projekt zu machen: ein Kleidungsstück upcyceln. Bevor wir zur Anleitung kommen, ist hier noch einmal eine Checkliste, damit du auch wirklich alles parat hast:

Anleitung: In 3 Schritten zum fertigen Batikstoff

1. Bevor es ans Färben geht, solltest du erst mal alles vorbereiten. Zuerst wäschst du dein gewähltes Kleidungsstück, damit keine Flecken darin bleiben. Verzichte auf chemische Mittel, damit der Stoff die Farbe später annimmt. Füll für das Farbbad deinen Eimer mit heißem Wasser und gib die Textilfarbe hinzu, dann gut umrühren. Das Verhältnis von Textilfarbe zum Wasser hängt von der Intensität der Farbe ab. Bring nun dein Kleidungsstück in Form und verknote es mit dem Garn. 
2. Jetzt geht es ans eigentliche Färben: Leg dein Kleidungsstück in das Farbbad und lass es für etwa eine Stunde ruhen. Du solltest in dieser Zeit das Farbbad öfter umrühren. Umso länger du den Stoff im Farbbad lässt, umso intensiver leuchtet die Farbe. Nebenbei kannst du schon mal das Fixiermittel anrühren. Ist die Zeit um, holst du dein Kleidungsstück aus dem Farbbad und legst es stattdessen in das vorbereitete Fixierbad. Das sorgt dafür, dass möglichst viel Farbe im Stoff haften bleibt und auch nach dem Waschen nicht zu sehr an Intensität verliert.
3. Nachdem du das Kleidungsstück wieder herausnimmst, kannst du das Garn mit der Schere aufschneiden. Pass dabei auf, dass du nicht aus Versehen den Stoff beschädigst! Um überschüssige Farbe loszuwerden, wäschst du dein Kleidungsstück noch einmal. Das solltest du so lange wiederholen, bis das Wasser klar ist. Danach muss dein Kleidungsstück nur noch trocknen und fertig ist dein Batik-Projekt! 

Batikmuster kombinieren

Falls du experimentierfreudig bist und statt einem Muster und einer Farbe lieber mehrere kombinieren möchtest, ist das auch möglich. Hierzu kannst du nach dem ersten Färben das Kleidungsstück noch einmal abbinden, bevor du es in ein zweites Farbbad gibst. Achte darauf, dass du im zweiten Durchgang eine hellere Farbe verwendest.

Traditionshandwerk im Revival: Sei auch du Teil des Trends!

Batik ist ein jahrhundertealtes Handwerk, das aus dem asiatischen Raum nach Europa gekommen ist. Auch wenn sich mit der Zeit neue Techniken entwickelt haben, bleibt die grundsätzliche Methode stets gleich: Teile eines Stoffs werden abgedeckt, sodass die natürliche Farbe des Stoffs dort erhalten bleibt, während der Rest des Stoffs gefärbt wird. So entstehen zahllose, fantastische Muster und jedes Projekt wird zum Unikat. Mit unserer Anleitung kannst auch du dich nun an dein erstes Batik-Projekt wagen. Viel Spaß dabei! 
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